Dialog und Solidarität: Treffen mit Abg. Petra Bayr

Am Donnerstag, dem 5. Februar 2026, fand in Wien ein einstündiges Gespräch zwischen Teilen der iranischen Zivilgesellschaft in Österreich und der Abgeordneten zum Nationalrat sowie Obfrau des außenpolitischen Ausschusses, Petra Bayr (SPÖ), statt. Ziel des Treffens war es, über die aktuelle Lage im Iran zu informieren, Erwartungen an Österreich und die Europäische Union zu formulieren und den offenen Dialog zwischen Politik und Diaspora zu vertiefen.
Zu Beginn stellte ich als Moderator klar, dass wir nicht die gesamte iranische Diaspora vertreten, sondern engagierte, zivilgesellschaftlich organisierte Teile davon. Wir dankten Petra Bayr und der SPÖ für ihre konsequente Unterstützung der iranischen Bevölkerung und der Protestbewegung – eine Haltung, die vielen Menschen im Iran und in der Diaspora Hoffnung gegeben hat.
Im weiteren Verlauf berichtete …
(link zu Video: Link von Video von diesem Treffen: https://youtube.com/shorts/SOqhdueds7I )
Überparteiliche Verantwortung: Warum Europas Antwort auf Irans Geiseldiplomatie entschlossener werden muss

Die Buchpräsentation und Podiumsdiskussion zur iranischen Geiseldiplomatie im österreichischen Parlament war mehr als eine Veranstaltung. Sie war ein politisches Signal. Dass Abgeordnete von SPÖ, ÖVP, NEOS und Grünen gemeinsam über die Situation im Iran diskutierten, zeigt: Die Unterstützung der demokratischen Bewegung im Iran ist in Österreich kein parteipolitisches Randthema, sondern eine Frage gemeinsamer Werte.
Gerade in einer Zeit, in der internationale Krisen einander überlagern, ist diese Einigkeit bemerkenswert. Sie zeigt, dass Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und der Schutz politisch Verfolgter parteiübergreifend getragen werden können – und müssen.
Ich habe selbst 2707 Tage unschuldig im Evin-Gefängnis verbracht. Diese Erfahrung ist nicht nur persönliche Geschichte, sondern politische Realität. Geiseldiplomatie ist kein Ausnahmefall, sondern Teil der systematischen Außenpolitik des iranischen Regimes. Menschen werden gezielt als politisches Druckmittel missbraucht. ….
Vereint in der Vielfalt – warum die iranische Diaspora stärker ist als das Regime

Der STANDARD hat am 17. Jänner 2026 eindrucksvoll beschrieben, wie tief die aktuellen Ereignisse im Iran die iranische Community in Österreich bewegen. Der Artikel macht sichtbar, was viele von uns seit Wochen empfinden: Schlaflosigkeit, Sorge um Angehörige – und zugleich die Hoffnung auf einen historischen Wendepunkt. Was dabei besonders deutlich wird: Trotz unterschiedlicher politischer Überzeugungen ist die iranische Diaspora in einem Punkt so geeint wie selten zuvor – in der klaren Ablehnung der islamischen Diktatur. Diese Geschlossenheit verdient eine genauere Betrachtung. Denn sie zeigt nicht nur den emotionalen Zustand einer Community, sondern auch ihre politische Reife.
Die iranische Community im Ausland ist politisch vielfältig. Wir kommen aus unterschiedlichen Richtungen, haben verschiedene Weltanschauungen und Biografien. Manche sind Monarchisten, andere Republikaner, Liberale, Linke, Religiöse oder Säkularisten. In normalen Zeiten würden wir leidenschaftlich über die Zukunft Irans diskutieren – so wie es in jeder lebendigen Demokratie üblich ist. Doch in diesen Tagen tritt all das in den Hintergrund. Denn es gibt einen Punkt, in dem wir geschlossen sind: in der klaren Ablehnung der islamischen Diktatur im Iran. Diese Einigkeit ist kein Zufall. Sie ist Ausdruck politischer Reife. ….
Weihnachtswünsche (Rückblick-Ausblick)

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
2025 war ein Jahr mit vielen Ereignissen, die uns zum Nachdenken und Handeln gezwungen haben.
Die ukrainische Bevölkerung litt weiterhin unter Putin‘s Aggression. Russland und die Ukraine gehören beide zu Europa – Russen und Ukrainer sind keine Feinde, sondern Nachbarn, die Frieden wollen und verdienen.
Ich denke an die überlebenden israelischen Geiseln, die von Terroristen freigelassen wurden, und wünsche ihnen, dass sie niemals wieder Opfer von Gewalt werden. Den Familien der brutal ermordeten israelischen Geiseln wünsche ich Kraft, Geduld und Trost. Gleichzeitig denke ich an die zivile Bevölkerung in Gaza, die in diesem Winter besonders auf internationale Unterstützung angewiesen ist. Ich appelliere an die israelische Regierung, ihre Politik zu ändern um die Zivilbevölkerung zu schützen. Zivilisten dürfen niemals mit der Hamas gleichgesetzt werden.
In meiner ursprünglichen Heimat – dem Iran – ist die Zahl der Hinrichtungen dramatisch gestiegen. Ich fordere die internationale Gemeinschaft auf, die Einhaltung der Menschenrechte zur klaren Voraussetzung für zukünftige Verhandlungen zu machen. Europa …
Zivilcourage

Ahmed tat das Richtige – zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort,
weil es um Mitgefühl ging,
weil es um Mut ging,
weil es um zivile Reife ging,
weil es um Solidarität ging,
weil es um den höheren Wert der Gemeinsamkeit ging,
weil es um Gesellschaft ging,
weil es um Zivilcourage ging,
weil es um Menschlichkeit ging.
Ahmed machte sichtbar, was oft übersehen wird:
Selbstbestimmung ist kein Privileg – sie ist ein Menschenrecht

Mir ist wichtig klarzustellen, dass ich nicht für eine Trennung oder Abspaltung der Kurden, Aserbaidschaner oder anderer Volksgruppen eintrete. Ich bin überzeugt, dass ein demokratischer Iran, der seine kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt anerkennt, die beste Zukunftsperspektive bietet. Autonomie im Sinne eines föderalen oder dezentralen Systems ermöglicht Minderheiten Selbstverwaltung und kulturelle Entfaltung, ohne die territoriale Einheit Irans infrage zu stellen. Das Recht auf Selbstbestimmung ist dabei eine demokratische Grundlage – kein Gegensatz zur Einheit des Landes.
Freiheit, Würde und Gerechtigkeit sind keine Geschenke von Staaten. Sie sind Rechte. Rechte, die jedem Menschen zustehen – universell, unveräußerlich und unteilbar. Diese Prinzipien bilden seit Jahrzehnten das Fundament des internationalen Menschenrechtssystems. Doch zwischen völkerrechtlichem Anspruch und politischer Realität klafft oft eine tiefe Lücke. Kaum irgendwo wird das so deutlich wie im Iran.
Was bedeutet es, „unsterblich“ zu sein?

(Veröffentlicht in Dezember-Ausgabe von Literaturzeitschrift „etcetera“ Nummer 101. – Foto: Doris Kloimstein -) https://www.st-poelten.at/news/19306-litges-etcetera-heftpr%C3%A4sentation )
Die Eroberung der Herzen der Menschen? Der Eintrag des eigenen Namens in Schulbücher? Oder ein Denkmal aus Stein auf einem Platz in der Hauptstadt – gedacht und geplant für die Ewigkeit? Die Wahrheit ist: Nichts davon garantiert echte Unsterblichkeit. Unser Gedächtnis ist keine Festplatte, auf der alle Daten immer verfügbar bleiben. Namen, die oft erwähnt und wiederholt werden, bleiben präsent. Andere – oft sogar bedeutendere Persönlichkeiten – verschwinden, weil sie keinen Platz in den dominanten Erzählungen finden.
Einige sind fest überzeugt: Man ist unsterblich, wenn man Großes für das Land geleistet hat. Kriege führen und Blut vergießen, Länder erobern, Kulturen vernichten, Städte und Dörfer niederbrennen, monumentale Denkmäler errichten lassen – auch wenn das das Leben von Tausenden kostet. All das galt lange Zeit als Zeichen von Größe. Alexander der Große, Dschingis Khan, die Pharaonen, Hitler oder Stalin zählen dazu. Tatsächlich sind sie auf gewisse Weise „unsterblich“ – aber eben nur fast. Ihre Namen tauchen im Geschichtsunterricht auf, in der Politikwissenschaft, in Drehbüchern für Dokumentationen oder Hollywood-Fantasyfilme. Dann werden solche Namen ….
Warum Hannah Arendt uns Migranten heute noch etwas zu sagen hat

nsbesondere Migrantinnen und Migranten aus totalitären Ländern, die in Österreich eine zweite Heimat gefunden haben, sollten den Jahrestag von Hannah Arendt zum Anlass nehmen, ihre Werke (wieder) zu studieren. Es geht dabei nicht nur darum, sie zu würdigen – ihr Platz in der Geschichte und im kollektiven Gedächtnis ist längst gesichert. Und es geht auch nicht darum, die Geschichte bloß neu zu lesen. Meiner Meinung nach geht es darum, ihre zentralen Erkenntnisse und Einsichten besser zu verstehen. Viele davon sind zeitlos. Manche von uns haben in ihrer ersten Heimat selbst erlebt, wovor Arendt gewarnt hat.
Wenn sie schreibt: „Gewöhnliche Menschen können größte Verbrechen begehen, wenn sie nicht denken und blind gehorchen“, – wie recht sie hatte.
„DANKE“ – Eine neue Stimme der Zivilgesellschaft

Am 21. November 2025 fand das Auftakttreffen der Initiative „DANKE“ statt – einer neuen zivilgesellschaftlichen Bewegung, die sich zum Ziel setzt, positive gesellschaftliche Kräfte sichtbarer zu machen und einen konstruktiven Beitrag zum demokratischen Miteinander in Österreich zu leisten. Das Treffen bot erstmals die Möglichkeit, die Grundidee zu präsentieren, Rückmeldungen einzuholen und die gemeinsame Wertebasis zu schärfen.
Schon beim ersten Austausch zeigte sich die besondere Atmosphäre: Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen, Lebenswegen und Weltanschauungen fanden zusammen – verbunden durch eine gemeinsame Haltung. Viele betonten, dass sie die Menschen in diesem Land schätzen, die Errungenschaften Österreichs nicht als selbstverständlich betrachten und bereit sind, Verantwortung für das Positive in der Gesellschaft zu übernehmen. Gleichzeitig wurde offen ausgesprochen, dass der Staat Fehler gemacht hat und machen wird, während die Zivilgesellschaft reif, wach und stark geblieben ist. Genau dieser Haltung gilt das „Danke“ der Initiative: der Menschlichkeit, dem Engagement und dem Mut der Menschen in Österreich, die tragen, schützen und nicht wegschauen.
Ein zentrales Thema des Abends war die Bedeutung des Namens
Nationalfeiertag – Tag der Dankbarkeit und Verantwortung

Am 26. Oktober feiert Österreich seinen Nationalfeiertag – und blickt 2025 auf ein besonderes Jahr der Jubiläen: 80 Jahre Befreiung vom Nationalsozialismus, 70 Jahre Staatsvertrag, 60 Jahre Nationalfeiertag und 30 Jahre EU-Mitgliedschaft. Zwei politische Stimmen erinnern uns heute auf eindrucksvolle Weise daran, was dieser Tag bedeutet:
Saya Ahmad, Bezirksvorsteherin des 9. Bezirks in Wien, schreibt:
„Jedes dieser Jubiläen ist gleichzeitig eine Erinnerung an die Verantwortung, die Österreich als Teil Europas und der westlichen Welt hat. Gerade aus dieser Geschichte heraus sollten wir die Rolle als aktiver Vermittler für Frieden und Friedenspolitik stärken. (…) Insbesondere in Zeiten, in denen rechte und rechtsextreme Kräfte wachsen, ist es wichtig, die Demokratie zu schützen.“
Gudrun Kugler, Nationalratsabgeordnete, sagt:
„Vielgeliebtes Österreich! Heute ist Nationalfeiertag –