Gesellschaft - Hobbies

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Überparteiliche Verantwortung: Warum Europas Antwort auf Irans Geiseldiplomatie entschlossener werden muss

Die Buchpräsentation und Podiumsdiskussion zur iranischen Geiseldiplomatie im österreichischen Parlament war mehr als eine Veranstaltung. Sie war ein politisches Signal. Dass Abgeordnete von SPÖ, ÖVP, NEOS und Grünen gemeinsam über die Situation im Iran diskutierten, zeigt: Die Unterstützung der demokratischen Bewegung im Iran ist in Österreich kein parteipolitisches Randthema, sondern eine Frage gemeinsamer Werte.

Gerade in einer Zeit, in der internationale Krisen einander überlagern, ist diese Einigkeit bemerkenswert. Sie zeigt, dass Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und der Schutz politisch Verfolgter parteiübergreifend getragen werden können – und müssen.

Ich habe selbst 2707 Tage unschuldig im Evin-Gefängnis verbracht. Diese Erfahrung ist nicht nur persönliche Geschichte, sondern politische Realität. Geiseldiplomatie ist kein Ausnahmefall, sondern Teil der systematischen Außenpolitik des iranischen Regimes. Menschen werden gezielt als politisches Druckmittel missbraucht. ….

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Vereint in der Vielfalt – warum die iranische Diaspora stärker ist als das Regime

Der STANDARD hat am 17. Jänner 2026 eindrucksvoll beschrieben, wie tief die aktuellen Ereignisse im Iran die iranische Community in Österreich bewegen. Der Artikel macht sichtbar, was viele von uns seit Wochen empfinden: Schlaflosigkeit, Sorge um Angehörige – und zugleich die Hoffnung auf einen historischen Wendepunkt. Was dabei besonders deutlich wird: Trotz unterschiedlicher politischer Überzeugungen ist die iranische Diaspora in einem Punkt so geeint wie selten zuvor – in der klaren Ablehnung der islamischen Diktatur. Diese Geschlossenheit verdient eine genauere Betrachtung. Denn sie zeigt nicht nur den emotionalen Zustand einer Community, sondern auch ihre politische Reife.

Die iranische Community im Ausland ist politisch vielfältig. Wir kommen aus unterschiedlichen Richtungen, haben verschiedene Weltanschauungen und Biografien. Manche sind Monarchisten, andere Republikaner, Liberale, Linke, Religiöse oder Säkularisten. In normalen Zeiten würden wir leidenschaftlich über die Zukunft Irans diskutieren – so wie es in jeder lebendigen Demokratie üblich ist. Doch in diesen Tagen tritt all das in den Hintergrund. Denn es gibt einen Punkt, in dem wir geschlossen sind: in der klaren Ablehnung der islamischen Diktatur im Iran. Diese Einigkeit ist kein Zufall. Sie ist Ausdruck politischer Reife. ….

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Zivilcourage

Ahmed tat das Richtige – zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort,

weil es um Mitgefühl ging,
weil es um Mut ging,
weil es um zivile Reife ging,
weil es um Solidarität ging,
weil es um den höheren Wert der Gemeinsamkeit ging,
weil es um Gesellschaft ging,
weil es um Zivilcourage ging,
weil es um Menschlichkeit ging.

Ahmed machte sichtbar, was oft übersehen wird:

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Selbstbestimmung ist kein Privileg – sie ist ein Menschenrecht

Mir ist wichtig klarzustellen, dass ich nicht für eine Trennung oder Abspaltung der Kurden, Aserbaidschaner oder anderer Volksgruppen eintrete. Ich bin überzeugt, dass ein demokratischer Iran, der seine kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt anerkennt, die beste Zukunftsperspektive bietet. Autonomie im Sinne eines föderalen oder dezentralen Systems ermöglicht Minderheiten Selbstverwaltung und kulturelle Entfaltung, ohne die territoriale Einheit Irans infrage zu stellen. Das Recht auf Selbstbestimmung ist dabei eine demokratische Grundlage – kein Gegensatz zur Einheit des Landes.
Freiheit, Würde und Gerechtigkeit sind keine Geschenke von Staaten. Sie sind Rechte. Rechte, die jedem Menschen zustehen – universell, unveräußerlich und unteilbar. Diese Prinzipien bilden seit Jahrzehnten das Fundament des internationalen Menschenrechtssystems. Doch zwischen völkerrechtlichem Anspruch und politischer Realität klafft oft eine tiefe Lücke. Kaum irgendwo wird das so deutlich wie im Iran.

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Was bedeutet es, „unsterblich“ zu sein?

(Veröffentlicht in Dezember-Ausgabe von Literaturzeitschrift „etcetera“ Nummer 101. – Foto: Doris Kloimstein -) https://www.st-poelten.at/news/19306-litges-etcetera-heftpr%C3%A4sentation )

Die Eroberung der Herzen der Menschen? Der Eintrag des eigenen Namens in Schulbücher? Oder ein Denkmal aus Stein auf einem Platz in der Hauptstadt – gedacht und geplant für die Ewigkeit? Die Wahrheit ist: Nichts davon garantiert echte Unsterblichkeit. Unser Gedächtnis ist keine Festplatte, auf der alle Daten immer verfügbar bleiben. Namen, die oft erwähnt und wiederholt werden, bleiben präsent. Andere – oft sogar bedeutendere Persönlichkeiten – verschwinden, weil sie keinen Platz in den dominanten Erzählungen finden.

Einige sind fest überzeugt: Man ist unsterblich, wenn man Großes für das Land geleistet hat. Kriege führen und Blut vergießen, Länder erobern, Kulturen vernichten, Städte und Dörfer niederbrennen, monumentale Denkmäler errichten lassen – auch wenn das das Leben von Tausenden kostet. All das galt lange Zeit als Zeichen von Größe. Alexander der Große, Dschingis Khan, die Pharaonen, Hitler oder Stalin zählen dazu. Tatsächlich sind sie auf gewisse Weise „unsterblich“ – aber eben nur fast. Ihre Namen tauchen im Geschichtsunterricht auf, in der Politikwissenschaft, in Drehbüchern für Dokumentationen oder Hollywood-Fantasyfilme. Dann werden solche Namen ….

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Warum Hannah Arendt uns Migranten heute noch etwas zu sagen hat

nsbesondere Migrantinnen und Migranten aus totalitären Ländern, die in Österreich eine zweite Heimat gefunden haben, sollten den Jahrestag von Hannah Arendt zum Anlass nehmen, ihre Werke (wieder) zu studieren. Es geht dabei nicht nur darum, sie zu würdigen – ihr Platz in der Geschichte und im kollektiven Gedächtnis ist längst gesichert. Und es geht auch nicht darum, die Geschichte bloß neu zu lesen. Meiner Meinung nach geht es darum, ihre zentralen Erkenntnisse und Einsichten besser zu verstehen. Viele davon sind zeitlos. Manche von uns haben in ihrer ersten Heimat selbst erlebt, wovor Arendt gewarnt hat.
Wenn sie schreibt: „Gewöhnliche Menschen können größte Verbrechen begehen, wenn sie nicht denken und blind gehorchen“, – wie recht sie hatte.

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Schatten der Zeit

Ein Freund, der – wie wir – in Österreich eine neue Heimat gefunden hatte, kam zu Besuch.
Er hatte in Wien studiert, war später in die USA ausgewandert und hatte dort ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut.
Nun war er für zwei Wochen wieder hier – und das war Grund genug, dass sich „das Team“ nach vielen Jahren wieder traf.

Der Schatten der Zeit war unübersehbar.
Wir sind älter geworden – zum Glück auch erfahrener, vielleicht sogar ein bisschen weiser. Einige neue Gesichter sind dazugekommen: Ehepartnerinnen, Ehepartner. Sie sind genauso willkommen wie die alten Weggefährtinnen und Weggefährten – denn sie gehören nun ebenfalls zu unserer Geschichte.

Man erkennt die Veränderungen sofort:
verlorene Haare, weiße Strähnen, stärkere Brillen, Falten um die Augen, Spuren am Hals – keine glatte Haut mehr. Das ist der Lauf des Lebens. Jede und jeder trägt die Last der eigenen Vergangenheit, das Gewicht des Geschehenen. Das Schicksal hat es mit uns nicht gleich gemeint.

Ich zum Beispiel habe acht Jahre meines Lebens in Geiselhaft verbracht. Meine Frau musste in dieser Zeit allein unsere drei Kinder großziehen. Ein anderer kämpft mit einer chronischen Krankheit. Wieder jemand hat geliebte Menschen verloren.
Und doch – wir alle sind noch hier.

Die Augen und das Lachen in den Gesichtern verraten, wie sehr sich jede und jeder auf dieses Wiedersehen freut –
darauf, dass wir heute gesund und frei nebeneinander sitzen, über die Vergangenheit sprechen können, zwanglos, ohne Angst und ohne Urteile.

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آتش زیر خاکستر – Feuer unter der Asche

Die Bewegung „Jin, Jian, Azadî – Frau, Leben, Freiheit“ begann in Kurdistan und breitete sich wie ein Lauffeuer im ganzen Iran aus. Innerhalb weniger Tage wurde sie nicht nur zur Hoffnung der unterdrückten Menschen im Land, sondern auch zu einem weltweiten Ruf nach Freiheit.

Die Kurden standen an der Spitze dieser Befreiungsbewegung, doch bald schlossen sich Frauen und Männer aus allen Völkern des Iran an. Sie „lebten“ im wahrsten Sinne des Wortes – sie suchten einen Hoffnungsschimmer, ein kleines Licht, einen Spalt, durch den sie gemeinsam und ohne Angst aufstehen konnten.

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Begegnung mit Bezirksvorsteherin Saya Ahmad

or kurzem hatte ich die große Freude, Frau Saya Ahmad, Bezirksvorsteherin des 9. Bezirks, zu treffen. Das Gespräch war von einer sehr offenen und herzlichen Atmosphäre geprägt. Frau Ahmad zeigte nicht nur großes Interesse an meinem Buch „2707 Tage im Evin-Gefängnis – Iranische Geiseldiplomatie“, sondern lobte auch dessen Bedeutung. „Dieses Buch leistet einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis von Freiheit, Demokratie und Integration.“ – Saya Ahmad

Besonders bewegend für mich war ihre positive Resonanz auf die Entstehung unserer neuen Plattform „Danke Österreich“, die ich als Initiative zur Förderung von Dialog, Mitgestaltung und gesellschaftlichem Zusammenhalt gegründet habe. Frau Ahmad begrüßte die Idee mit viel Herzlichkeit und Verständnis für die Werte, die dahinterstehen.

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