Begegnung mit der UN-Sonderberichterstatterin für Iran: Prof. Mai Sato

Kürzlich hatte ich die besondere Ehre, Porf. Dr. Mai Sato, die aktuelle UN-Sonderberichterstatterin für die Menschenrechtssituation im Iran, bei Amnesty International in Österreich zu treffen. Ihr Engagement und ihre internationale Expertise machen sie zu einer wichtigen Stimme für die Verteidigung der Menschenrechte im Iran.
Im Gespräch konnte ich Frau Dr. Sato ein authentisches Bild der Haftbedingungen im Evin-Gefängnis und der Menschenrechtssituation im Iran vermitteln. Es war mir ein Anliegen, als Zeitzeuge über das zu berichten, was hinter den Gefängnismauern wirklich passiert – über Willkür, Angst, aber auch über die Hoffnung und Widerstandskraft der Inhaftierten.
Als Zeichen meines Dankes und meiner Wertschätzung überreichte ich ihr mein Buch
„Iranian Hostage Diplomacy – 2707 Days in Evin Prison: Memories, Revelations, Structures“,
in dem viele Erfahrungen und Hintergründe erstmals dokumentiert sind. Ich hoffe, dass mein Beitrag dazu dient, das internationale Bewusstsein für die Lage der politischen Gefangenen zu schärfen und die Menschenrechtsarbeit zu unterstützen.
DANKE ÖSTERREICH (Ausgabe – 14)

Reife der Zivilgesellschaft
Was unser Land in dieser Woche erlebt hat, ist unaussprechlich. Der brutale Amoklauf in einer Schule in Graz hat ganz Österreich erschüttert. Die Opfer waren Kinder, Jugendliche, eine engagierte Lehrkraft. Familien sind zerstört. Herzen gebrochen. Die ganze Nation trauert.
Und doch zeigt sich inmitten des Schmerzes eine beeindruckende Stärke: Österreich steht zusammen – mit Mitgefühl, mit Würde, mit Entschlossenheit.
Unser Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat es in einfachen, klaren Worten ausgedrückt:
„Wir mögen keine Worte haben. Aber wir haben einander.“
„Lasst uns in dieser Zeit der Trauer und des Schmerzes ganz besonders füreinander da sein.“
Diese Haltung ist Ausdruck einer reifen Zivilgesellschaft: einer Gesellschaft, die nicht abstumpft, sondern mitfühlt. Die sich nicht spaltet, sondern zusammenrückt. Die nicht wegschaut, sondern Verantwortung übernimmt – für die Opfer, für die Hinterbliebenen, für die Zukunft.
Danke, Österreich.
Kamran Ghaderi, Wien am 15.06.2025
Ein persönliches Gedicht zum Gedenken an die Opfer –>:
Ein Gedicht in Gedenken an die Opfer
Gestern in Graz, schienen die Bäume nicht mehr grün als trügen sie das Kleid der Trauer
Gestern in Graz, waren die Bäume nicht mehr hoch, sie fühlten sich klein und ausgeliefert dem Schicksal.
Gestern in Graz, wehte der Wind nicht mehr, er war nicht mehr frei, gefangen in Trauer.
Gestern in Graz, verwehte der Wind Träume, die nie Wirklichkeit wurden.
Gestern in Graz, sangen die Vögel nicht mehr, sie flüsterten …
Ein Appell für Vernunft und Verantwortung

Während sich die Lage zwischen Israel und Iran gefährlich zuspitzt, beobachte ich die Entwicklungen mit großer Sorge – sowohl als politisch denkender Mensch als auch als jemand, der aus dem Iran stammt.
Ein Regime, das sein eigenes Volk als Geisel nimmt
Die Führung in Teheran ist bereit, für den eigenen Machterhalt das ganze Land in einen Abgrund zu ziehen. Sie macht aus der Hauptstadt Teheran ein zweites Beirut, instrumentalisiert die Bevölkerung und setzt ihr Leben aufs Spiel. Der oberste Führer, Ali Khamenei, trägt die Hauptverantwortung für diese Eskalation. Seine diktatorische Herrschaft duldet keine Opposition, keine Meinungsfreiheit und kein Leben in Würde für Andersdenkende.
Die Bevölkerung leidet unter Armut, Repression, Hunger – während Milliarden in Raketenprogramme und Atomforschung fließen. Diese militärischen Programme haben den Menschen im Iran keinerlei Sicherheit gebracht. Sie dienen nur der Ideologie und dem Machterhalt eines Regimes, das die Zukunft unseres Landes ruiniert.
Eine Konfrontation mit langer Geschichte
Dieser Konflikt begann nicht heute. Seit fast fünf Jahrzehnten – seit der Islamischen Revolution 1979 – verfolgt das iranische Regime offen das Ziel, Israel zu vernichten. Diese zerstörerische Rhetorik hat das Land in die Isolation geführt und den Iran zu einem zentralen Unsicherheitsfaktor im Nahen Osten gemacht. Die Forderung nach der Auslöschung Israels war nie im Interesse der iranischen Bevölkerung – sie diente allein der ideologischen Legitimation einer repressiven Herrschaft.
Auch Israel trägt Verantwortung
Die ultrarechte Regierung Israels nutzt die aktuelle Situation nicht nur zur Zerstörung militärischer Infrastruktur, sondern greift offenbar auch wirtschaftliche Ziele wie die Ölindustrie an. Dabei sind zivile Opfer kaum vermeidbar – und das ist tragisch. Auch wenn Israel das Recht
Stellungnahme zur aktuellen Eskalation zwischen Israel und Iran

Der Iran ist seit Jahren eine der Hauptquellen für Terror und Instabilität im Nahen Osten. Die Führung in Teheran unterstützt radikale Gruppen wie die Hamas – auch hinter dem brutalen Terrorangriff vom 7. Oktober steht eindeutig der Iran. Zudem werden die Huthi-Milizen im Jemen, die wiederholt Israel und die internationale Schifffahrt im Roten Meer angreifen, vom Iran finanziert und bewaffnet.
Israel hat – wie jedes andere Land – das Recht, sich gegen solche Bedrohungen zu verteidigen. Iran selbst hat bereits mehrmals direkt Israel mit hunderten Drohnen und Raketen attackiert.
Die jüngste israelische Militäraktion zielt offenbar auf das Regime und seine militärische Infrastruktur. Dennoch ist klar: Bei solchen Angriffen besteht immer auch die Gefahr, dass Zivilisten getroffen werden. Eine weitere Eskalation könnte einen großflächigen Krieg im Nahen Osten auslösen – das wäre eine Katastrophe für die ganze Region und muss unbedingt verhindert werden.
Deshalb fordere ich:
Anekdote 1: Kochen, ohne etwas zu haben!
Es gab einen jungen Mann aus dem Bundesland „Khoozestan“ im Nebenzimmer Nummer 4. Er war ein netter Mensch, etwa 35 Jahre alt, der ohne Akzent Persisch sprach, ein Witzbold. Er war immer gut gelaunt und brachte die anderen zum Lachen. Seine Taten waren zwar nicht gerade harmlos, aber keiner hat sie ihm wirklich übelgenommen. Vor […]
📚 „7 Jahre Unrecht im Iran“ – Danke, Ewa Ernst-Dziedzic

Vergangene Woche durfte ich Ewa Ernst-Dziedzic, ehemalige Abgeordnete zum Nationalrat und langjährige Menschenrechtsaktivistin, mein Buch „Iranische Geiseldiplomatie – 2707 Tage im Evin-Gefängnis“ überreichen. Es war ein bewegendes Gespräch – voller gegenseitigem Respekt, politischer Klarheit und menschlicher Wärme.
Frau Ernst-Dziedzic veröffentlichte dazu auf Facebook folgende Zeilen:
„7 JAHRE UNRECHT IM IRAN“ Kamran Ghaderi hat ein Buch über seine Gefangenschaft geschrieben. Wieder in Freiheit und bei seiner Familie in Wien war es nicht nur ein Aufarbeiten der Zeit in den Fängen des Regimes, sondern es ist ein Dokument einer Politik, die Menschen benutzt, um ihre Interessen durchsetzen. Danke Kamran für Dein Vertrauen über die Jahre hinweg und das interessante Gespräch!“
Diese Worte berühren mich – nicht nur, weil sie meine persönliche Geschichte würdigen, sondern auch, weil sie das größere Bild nicht aus den Augen verlieren: die systematische Untergrabung von Menschenrechten durch das iranische Regime, die Praxis der sogenannten Geiseldiplomatie – und die Verantwortung der internationalen Gemeinschaft, dem nicht tatenlos zuzusehen.
🙏 Ein aufrichtiger Dank an die RD Foundation Vienna

Es ist mir ein persönliches Anliegen, an dieser Stelle meinen tief empfundenen Dank an die RD Foundation Vienna auszusprechen – und ganz besonders an Inge Reder, Christian Reder und Elvira Gross.
Ohne ihre großzügige Unterstützung und ihr entschiedenes Engagement wäre die Veröffentlichung meines Buches „Iranische Geiseldiplomatie – 2707 Tage im Evin-Gefängnis“ nicht möglich gewesen. Dieses Buch ist nicht nur ein Zeugnis meiner persönlichen Geschichte als Geisel der Islamischen Republik Iran – es ist auch ein Plädoyer für Menschenrechte, Freiheit und die Kraft der Erinnerung. Die RD Foundation hat durch ihre Förderung ermöglicht, dass diese Stimme öffentlich wird – eine Stimme, die sonst womöglich ungehört geblieben wäre.
Was mich besonders berührt hat, war nicht nur die finanzielle Hilfe, sondern die offene, menschlich zugewandte Haltung, mit der mir begegnet wurde. Ich hatte das Privileg, die Vorstandsmitglieder persönlich kennenzulernen – als Menschen, die nicht nur helfen, sondern zuhören, verstehen und mitfühlen. Ihr Einsatz ist geprägt von einem tiefen Bewusstsein für gesellschaftliche Verantwortung und einer Haltung, die sich nicht mit schönen Worten begnügt, sondern konkret handelt.
Erste Buchpräsentation bei Amnesty International:

Am Donnerstag, dem 5. Juni 2025 um 18:30 Uhr, werde ich die große Ehre haben, mein Buch „Iranische Geiseldiplomatie – 2707 Tage im Evin-Gefängnis“ im Rahmen einer öffentlichen Lesung bei Amnesty International Österreich vorzustellen. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Human Rights Academy in Wien statt und markiert für mich einen ganz besonderen Meilenstein – es wird meine erste offizielle Buchpräsentation sein.
In meinem Buch erzähle ich die wahre Geschichte meiner Inhaftierung im Iran: 2707 Tage Gefangenschaft im berüchtigten Evin-Gefängnis, ohne rechtsstaatliches Verfahren, ohne Schuld – als Opfer staatlich organisierter Geiseldiplomatie. Der Iran nutzt willkürliche Inhaftierungen von Doppelstaatsbürger:innen oder politisch aktiven Personen, um außenpolitischen Druck auszuüben oder strategische Zugeständnisse zu erzwingen. Mein Fall steht exemplarisch für viele andere, die von solchen Menschenrechtsverletzungen betroffen sind.
Buchpräsentation bei Amnesty International

📅 Wann: Donnerstag, 5. Juni 2025, 18:00–19:30 Uhr
📍 Wo: Amnesty International Österreich, Lerchenfelder Gürtel 43/4/3, 1160 Wien
🔗 Anmeldung: Auf der Website von Amnesty International
(Inklusiv)Demokratie für Wien: Wie Nicht-Österreicher:innen das Wahlergebnis prägen würden

Fakten & Kontext
Ausländeranteil in Wien: Mit 36,4 % ist Wien das Bundesland mit dem höchsten Anteil an ausländischen Staatsbürger:innen (ca. 730 000 Personen von 2 005 760 Einwohner:innen, Stand 1. Jänner 2025). In Österreich leben knapp 9 Mio. Menschen.
Demokratiedefizit: SOS-Mitmensch gibt an, dass landesweit etwa 82,8 % der Ausländer:innen bereits über 16 Jahre alt sind. Überträgt man diesen Anteil auf Wien, ergibt sich: 730 000×0,828≈605 000 volljährige Nicht-Österreicher:innen, denen in Wien das Wahlrecht fehlt. Sieben von zehn leben seit mindestens fünf Jahren hier, viele sogar länger als zehn. Mehr als 270 000 wurden hier geboren, 83 371 davon sind schon im Wahlalter (SOS-Mitmensch).