(Ausgabe 23)

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
2025 war ein Jahr mit vielen Ereignissen, die uns zum Nachdenken und Handeln gezwungen haben.
Die ukrainische Bevölkerung litt weiterhin unter Putin‘s Aggression. Russland und die Ukraine gehören beide zu Europa – Russen und Ukrainer sind keine Feinde, sondern Nachbarn, die Frieden wollen und verdienen.
Ich denke an die überlebenden israelischen Geiseln, die von Terroristen freigelassen wurden, und wünsche ihnen, dass sie niemals wieder Opfer von Gewalt werden. Den Familien der brutal ermordeten israelischen Geiseln wünsche ich Kraft, Geduld und Trost. Gleichzeitig denke ich an die zivile Bevölkerung in Gaza, die in diesem Winter besonders auf internationale Unterstützung angewiesen ist. Ich appelliere an die israelische Regierung, ihre Politik zu ändern um die Zivilbevölkerung zu schützen. Zivilisten dürfen niemals mit der Hamas gleichgesetzt werden.
In meiner ursprünglichen Heimat – dem Iran – ist die Zahl der Hinrichtungen dramatisch gestiegen. Ich fordere die internationale Gemeinschaft auf, die Einhaltung der Menschenrechte zur klaren Voraussetzung für zukünftige Verhandlungen zu machen.
Europa steht vor großen Herausforderungen. Die USA haben Europa den Rücken zugewendet – wir sind zunehmend auf uns selbst gestellt: wirtschaftlich, gesellschaftlich und auch militärisch. Europäerinnen und Europäer müssen sich dieser Realität bewusst werden. Mein Appell an Europa ist klar: mehr Innovation, eine Stärkung der eigenen Verteidigungsfähigkeit und eine konsequente Energie-Unabhängigkeit – weder von Russland noch von den USA.
Auch in Österreich stehen wir vor großen Herausforderungen. Steigende Preise, Sparmaßnahmen und gesellschaftliche Spannungen verunsichern viele Menschen. Umso wichtiger ist es, dass soziale Gerechtigkeit, Zusammenhalt und Fairness im Mittelpunkt politischen Handelns stehen. Entscheidungen müssen ausgewogen sein und dürfen nicht einseitig zulasten der Mittelschicht und der sozial Schwächeren gehen.
Trotz all dieser schwierigen Entwicklungen blicke ich positiv in die Zukunft. Nicht wegen politischer Mehrheiten, sondern weil Menschen – unabhängig von ihren politischen Ansichten – zusammenhalten. Gerade jetzt dürfen wir Minderheiten, wie Migrantinnen und Migranten, nicht allein lassen. Sie sind Teil unserer Gesellschaft – mit Rechten und Pflichten. Beides gehört untrennbar zusammen.
Ich möchte von Herzen Danke sagen. Danke an die österreichische Zivilgesellschaft, die zeigt, dass Menschlichkeit, Solidarität und Mitgefühl stärker sind als Spaltung. Unsere Zukunft baut auf Werten wie Dankbarkeit, Zusammenhalt, Fairness, Menschlichkeit und Eigenverantwortung auf. Auch wenn viele der Gesamtpolitik nicht zustimmen: Wenn es ums Sparen geht, sind viele bereit mitanzupacken. Das zeigt die Reife unserer Gesellschaft. Ich appelliere an die Politik, bei Belastungen auf Gerechtigkeit zu achten. Nicht alles kann von der Mittelschicht verlangt werden, während die obersten paar Prozent nicht im gleichen Ausmaß solidarisch beitragen.
Ich wünsche euch erholsame Feiertage, frohe Weihnachten und einen guten Start in das neue Jahr. Langes, gesundes Leben in Würde wünsche ich euch.